Beringung von Jungvögeln

Bei der Beringung werden die Vögel in der Regel auch vermessen, gewogen und nach Parasiten untersucht. Soweit möglich (z.B. anhand von Mausergrenzen) wird auch das Alter bestimmt und dokumentiert.

 

Die Ringe sind extrem leicht und schaden dem Vogel in der Regel nicht. Das Geburts- jahr, das über farbige Ringe erkenntlich ist, kann bei Vögeln mit längerer Lebenserwar- tung wie beispielsweise bei Falken Auf- schluss über Bruterfolg und Sozialverhalten liefern.

 

Wer einen beringten Vogel findet, sollte die Funddaten unbedingt einer Beringungs-zentrale mitteilen. Anhand der Funde und Fänge können Wissenschaftler das Mus- ter des Vogelzuges für große Vogelpopulationen bestimmen. Besonders hilfreich ist dies für Vogelarten, die ein sehr komplexes und je nach Brutareal variierendes Zug- verhalten haben, wie beispielsweise beim Turmfalken.

 

Manfred Wiech von der NABU-Gruppe Bretten hat von der Vogelwarte Radolffzell die Lizenz zur Beringung von Wanderfalke, Uhu und Kolkrabe. Bei den baden-württembergischen Wanderfalken, werden seit 2015 spezielle Kennringe verwen- det. Diese Kennringe ermöglichen durch wenige große, auch aus größerer Distanz ablesbare Buchstaben auf dem Ring die eindeutige und individuelle Identifizierung eines Vogels.

 

Beispielsweise lässt sich mit einem Spektiv bei 60-facher Vergrößerung die Ring- kombination aus über 150 m Entfernung ohne Probleme ablesen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Erfassung des Codes per Fotografie oder Digiskopie. Wir werden also im Glücksfall Lebensgeschichten von Wanderfalken schreiben können – ohne Fang oder Totfund. Daher legt Manfred Wiech "unseren" Jungfalken diese Spezialringe an.

Kontakt:

Manfred Wiech, m.wiech@gmx.de