Thuja und Kirschlorbeer raus, Kraichgau ´rein!

40.000 kraichgautypische Sträucher in den letzten 20 Jahren verkauft

 

Über 40 000 kraichgautypische Sträucher wurden in den letzten 20 Jahren in einer in der Region einmaligen Initiative des NABU Bretten unter Federführung von Gerhard Fritz bestellt und gepflanzt.

Weshalb?, wollte ich von ihm wissen „Um der Verarmung“ entgegenzuwirken.

Verarmung? Wie meint er das? „In unseren Gärten stehen zu 50% Kirschlorbeer und Thuja, auch „grüner Beton“ genannt. Diese bieten das ganze Jahr über keinerlei Mehrwert in Form von Pollen, Nektar, Nüssen , Beeren oder Brutplätzen.

 

Dagegen bietet beispielsweise der einheimische Holunder eine Heimat für 120 verschiedene Insekten, 30 Vogelarten und Kleinsäugetiere wie der Haselmaus oder dem Siebenschläfer.“

 

Ein eingespieltes Team von 12 NABU-Leuten (bei der Frauenquote gibt es noch Luft nach oben, aber eine Frau ist dabei!), hat in jahrzehntelanger Erfahrung die Abläufe optimiert. Darunter auch Martin Alber von der Stadt Bretten.

Stefan Lipps der Leiter des Bauhof, ist auch auf „seinem“ Gelände und begleitet die Aktion, die ohne die gute Kooperation mit der Stadt Bretten so nicht über die Bühne gehen könnte.

Durch das Amtsblatt der Stadt Bretten ergeht der Aufruf des NABU zur Bestellaktion. Das Umland beteiligt sich an den Bestellungen zu ca. 40%, Bretten und seine Stadtteile mit ca. 60%. Es können über 30 kraichgautypische Sträucher bestellt werden, die dann mit Zertifizierung von einer Baumschule auf der Schwäbischen Alb geliefert werden. Am Freitag vor der Verteilung wird alles akribisch vorsortiert und beschriftet. Samstags können die Sträucherfreunde auf das Gelände des Bauhofs kommen und ihre Bestellungen mitnehmen.

Stolz nehme ich meinen Faulbaum in Empfang. Den Kirschlorbeer werde ich entfernen. Steht ein Faulbaum in meinem Garten, kann ich mich schon auf den Besuch von Zitronenfaltern vorfreuen. NABUCO