Plädoyer für das Radfahren in Bretten

NABU Vorsitzender Norbert Fleischer erzählt

BRETTEN - In Bretten wird oft geklagt, dass es zu wenig Radwege gibt und man deshalb innerorts nicht mit dem Rad fahren kann. Man würde ja gerne mit dem Rad fahren, aber da die Fahrradwege fehlen muss man halt doch „notgedrungen“ das Auto nehmen. Ich frage mich, ob das so stimmt. Ich wohne am Rand der Innenstadt in der Dr.-Alfred-Neff-Str. Das Bild von mir mit meinem Fahrrad hat Frau Kraus von der Stadt Bretten vormittags am Freitag den 19. Juni gemacht, bei einem Treffen zu KOMBLÜ auf dem Spitalhof in Diedelsheim. Von mir zu Hause über den Rosengarten und die Albrecht-Dürer-Str., dann unter der B35 durch und über die Felder zum Spitalhof. Ein paar Hügel sind schon zu bewältigen, aber selbst für mich machbar. Am Nachmittag Gemüse abholen bei SOLAWI, der solidarischen Landwirtschaft in Bretten, oberhalb vom Bauhof. Der Hinweg geht über die Heilbronner Str.  und Pforzheimer Str. - da ginge es mit einem Radweg besser. Der Rückweg im Mittelteil durch die engen Gassen von Bretten. Bei der Pfluggasse und der Heilbronner Str. wird es anstrengend. Großer Stolz und Erleichterung bei mir, wenn ich in die Reuchlinstraße einbiegen kann. Abends Einkauf von Lebensmitteln mit zwei Satteltaschen im Kraichgaucenter. Am Samstag Inspektion unserer Streuobstwiese, dem Obstsortenparadies in Gölshausen, wegen einer geplanten Veranstaltung. Nachmittags Kontrolle von Turmfalken in Knittlingen. Zwei Tage, an denen ich alle Termine mit dem Fahrrad erledigen konnte.

Sicherlich gibt es in Bretten einige Strecken, die für Radfahrer schwierig sind. Da hoffe ich, dass bei der Umsetzung des Mobilitätskonzepts einiges verbessert werden kann. Unsere Tochter wohnt in Holland, einem Paradies für Radfahrer. Dort sind die Radwege in der Innenstadt oft breiter als die Straßen für die Autos und sie sind vor allem von den Straßen eindeutig abgegrenzt. Die Anzahl der Radfahrer ist ein Mehrfaches von Bretten, das ist bestimmt auch dem Flachland geschuldet. Das ist Zukunftsmusik beziehungsweise eine Vision für Bretten. Ich bin aber der Ansicht, dass man auch heute in Bretten schon viele Strecken mit dem Fahrrad erledigen kann. Sicherlich fehlen bei uns Radwege. Trotzdem darf sich jeder beim nächsten Termin fragen, ob er die Strecke mit dem Fahrrad anstelle des Autos machen kann.

Fahren Sie Rad! Unsere Kinder und Enkel, die unsere Kohlendioxidemissionen erben, werden Ihnen sicherlich dankbar sein.

 

Text: Norbert Fleischer

Norbert Fleischer im Einsatz mit dem Fahrrad    Foto: NABU Bretten
Norbert Fleischer im Einsatz mit dem Fahrrad Foto: NABU Bretten